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Astrologie

Orb

Der Orb ist die zulässige Abweichung vom exakten Aspektwinkel, gemessen in Grad. Ein Quadrat mit 2° Orb bedeutet: Die Planeten stehen nicht exakt 90°, sondern zwischen 88° und 92° auseinander.

Exakte Aspekte sind mathematische Augenblicke — zwei Planeten stehen nur für einen Moment auf die Bogensekunde genau 90° auseinander. Damit Aspekte praktisch nutzbar sind, definiert die Astrologie eine Toleranzzone um den exakten Winkel: den Orb. Je kleiner der tatsächliche Abstand zum exakten Winkel, desto „enger“ und damit stärker gilt der Aspekt.

Wie groß der Orb sein darf, ist Konvention und je nach Schule verschieden: Für Radix-Aspekte sind 6-10° üblich (mehr für Sonne und Mond, weniger für Nebenaspekte), für Transite deutlich weniger — oft nur 1-2°, weil sonst ständig irgendetwas „wirksam“ wäre. Genau hier trennt sich sorgfältige von beliebiger Astrologie: Mit großzügigen Orbs lässt sich fast jede Behauptung mit irgendeinem Aspekt belegen.

Der Orb ist keine physikalische Größe und misst keine Kraft; er ist eine methodische Festlegung, wo man die Grenze zwischen „Aspekt“ und „kein Aspekt“ zieht. Seriöse Berechnungen legen ihre Orb-Regeln offen.

Verwandte Begriffe

AspektTransitKonjunktion