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Astrologie

Tropischer Tierkreis

Der tropische Tierkreis teilt die Ekliptik in zwölf gleich große Abschnitte zu 30°, beginnend am Frühlingspunkt — dem Sonnenstand zur Tagundnachtgleiche im März. Er orientiert sich an den Jahreszeiten, nicht an den Sternbildern.

Der Nullpunkt des tropischen Tierkreises ist der Frühlingspunkt: 0° Widder ist definiert als die Position der Sonne zum Frühlingsäquinoktium. Von dort werden zwölf exakte 30°-Abschnitte gezählt — Widder, Stier, Zwillinge und so weiter. Die westliche Astrologie rechnet seit der Antike tropisch; das Tierkreiszeichen ist damit an den Rhythmus der Jahreszeiten gebunden.

Wichtig ist die Abgrenzung zu den Sternbildern: Die tatsächlichen Sternbilder am Himmel sind unterschiedlich groß, und durch die Präzession der Erdachse haben sich Frühlingspunkt und Sternbilder in rund 2000 Jahren um etwa 24° gegeneinander verschoben. Wer heute „im Zeichen Widder“ geboren ist, hat die Sonne astronomisch meist im Sternbild Fische. Die vedische Astrologie verwendet stattdessen den siderischen Tierkreis, der an den Fixsternen ausgerichtet ist — beide Systeme sind in sich konsistent, aber nicht dasselbe.

Der oft zitierte Einwand, die Astrologie „ignoriere die Sternverschiebung“, verkennt also die Definition: Der tropische Tierkreis hat die Sternbilder nie gemessen, sondern von jeher die Jahreszeitenpunkte.

Verwandte Begriffe

EphemeridenRadix (Geburtsbild)Mondzeichen